BS-Holz nach DIN EN 14080:2013

DIN EN 14080: 2013Januar 2016 „Holzbauwerke – Brettschichtholz –Anforderungen“ ist die harmonisierte europäische Produktnorm für BS-Holz, d.h. sie gehört zu den Normen, mit denen die Europäische Kommission die freie Handelbarkeit von Bauprodukten innerhalb Europas erreicht. Harmonisierte europäische Produktnormen sollen konkurrierende nationale Produktnormen zwingend ersetzen. Mit der Veröffentlichung einer harmonisierten europäischen Produktnorm im europäischen Amtsblatt wird daher immer eine Koexistenzphase mitgeteilt, an deren Ende konkurrierende nationale Regeln zurückzuziehen sind.


Für die EN 14080: 2005-09 wurde zunächst eine Koexistenzphase beginnend am 01.04.2006 und endend am 01.04.2007 festgelegt. Diese wurde zwischenzeitlich mehrmals verlängert und endet nunmehr erst am 01.12.2012.


Prinzipiell müsste innerhalb der Koexistenzphase die harmonisierte Produktnorm bereits anwendbar und die bisherigen nationalen Normen nur noch alternativ erlaubt sein. Tatsächlich dürfen Produkte nach EN 14080 aus nachfolgend erörterten Gründen zwar in Deutschland hergestellt und gehandelt, aber noch nicht angewendet werden.


Brettschichtholz wird entsprechend DIN EN 14080:2013 produziert und in Festigkeitsklassen eingeteilt. Die Zahlenwerte der GL-Klassen stehen für den charakteristischen Wert der Biegefestigkeit in N/mm². Das ,,h" bzw. ,,c" steht für homogenes bzw. kombiniert aufgebautes BS-Holz. Eine Zuordnung zu einer ,,kombinierten" Festigkeitsklasse GL XX c kann vom Hersteller des Brettschichtholzes durch verschiedene Querschnittaufbauten erreicht werden.

Es gibt folgende Standardqualiäten: GL24h, GL28c GL30c. Ohne Angaben einer Festigkeitsklasse wird in GL24h geliefert.

Harmonisierte Produktnormen regeln Anforderungen an das Produkt, die Mindestanforderungen an die Herstellung, Art und Umfang der Überwachung sowie die Kennzeichnung. Für die Anwendung der Produkte sind i.d.R. auf nationaler Ebene ergänzende Anwendungsregeln erforderlich. Das wohl bekannteste Beispiel hierfür sind die über die harmonisierte europäische Produktnorm EN 13986 genormten Holzwerkstoffe, deren Anwendung in der Anwendungsnorm DIN V 20000-1 geregelt ist.


Im Falle der EN 14080 hat die deutsche Bauaufsicht Sicherheitsbedenken bezüglich der Regelung der Klebstoffe, der Keilzinkenverbindung und der Holzschutzmittel geäußert. Daraufhin wurde im Jahr 2005 mit einer grundsätzlichen Überarbeitung der EN 14080 begonnen. Nach derzeitigem Stand wird eine EN 14080:2012 veröffentlicht werden. Zu dieser EN 14080:2012 wird es dann eine Anwendungsnorm EDIN 20000-3 geben. In dieser noch nicht veröffentlichten Anwendungsnorm werden z. B. die in Deutschland zulässigen Klebstofftypen und in Deutschland zulässige Formaldehyd-Klasse E1 vorgeschrieben werden.


Mit einer Anwendbarkeit einer überarbeiteten EN 14080:2012, d. h. mit der Aufnahme der Produktnorm in die Bauregelliste und der Anwendungsnormen in die Musterliste der technischen Baubestimmungen, ist nach derzeitigem Stand nicht vor dem Frühjahr 2013 zu rechnen.

Quelle: Studiengemeinschaft Holzleimbau